
Pen & Paper Rollenspiel. Ich habe lange überlegt, ob ich es überhaupt mit eigenen Worten erklären sollte oder ob ich einfach eines der vielen Erklärvideos hier verlinken sollte oder Google.
Tja, ich habe mich für meine eigenen Worte entschieden., da ich es gerne mit einem Teil Geschichte verknüpfen würde.
Bei mir fing das recht ungeordnet an. Niemand sagte zu mir, dass wir nun ein P&P - RPG machen wollen. Vielmehr wurde mir gesagt:
"Hey, lass uns mal eine Geschichte zusammen erzählen... Jeder hat einen Charakter, den er verkörpert / spricht und dann lassen wir unsere Charaktere zusammen auf Abenteuer gehen."
~Schön~, dachte ich, ~ Aber ist das nicht peinlich?~
Ich habe also erst einmal zugesehen und zugehört und die Antwort ergab sich schon sehr bald in meinem Kopf: "Nein, ist es definitiv nicht. Es macht Spaß, also was kann schon sein... probierste aus!"
So fing das bei mir an, doch eine Erklärung, was genau damit gemeint ist, ist dies wohl noch nicht.
Also.. habt ihr schon einmal ein Hörspiel gehört? Oder ward ihr mal im Theater und habt den Leuten auf der Bühne zugeschaut?
Dann habt ihr schon einmal ein Rollenspiel gehört / gesehen, denn nichts anderes ist das, allerdings nicht auf der Bühne oder im Soundstudio, sondern vielmehr privat mit einer Gruppe Freunden, also wenn dann mal was schief geht, regt das nur ein wenig Humor an, statt dass etwas peinlich ist.
Nichts muss perfekt sein, denn Perfektion dabei ist ziemlich langweilig, wie ich euch sagen kann.
Nun, dann trifft man sich also mit... sagen wir, drei anderen Leuten (es gehen auch zwei oder zehn, oder oder..) und beschließt: Nun machen wir ein RPG.
Dann guckt man, wo liegen die Interessen, was die Umgebung betrifft, denn ja, es kann alles sein... da gibt es keine Grenzen.
Man einigt sich auf ein Setting (also die Welt, in der wir spielen wollen oder auch das Thema) zum Beispiel: Fantasy
Und dann erschafft jeder für sich ein Charakter. (Erfahrene Spieler können dann auch schon mal zwei / drei Charaktere erschaffen).
Man füllt eine Art Steckbrief | Charakterbogen aus und dann kann es auch schon losgehen.
Normalerweise sollte ein Spieler dann dabei allerdings kein Charakter machen, sondern, er/sie hat die Rolle des Spielleiters. D.h. Der Spielleiter beschreibt die Welt, die Umgebung und vor allem, was die Charaktere erleben. Im Normalfall hat er ein kleines Buch, wo er sich notieren kann, was die Spieler so machen, erleben, antworten...
Er lenkt die Geschichte, ist eben der 'Leiter' dafür und denkt sich Rätsel aus und Aufgaben, welche die Charaktere bestehen müssen und lösen können.
Warum hat er selbst keinen Charakter?
Nun, wenn er selbst einen hätte, dann würde er sich Rätsel ausdenken, aber er hat doch schon die Lösungen und muss nicht mit rätseln. Es wäre also immer ein wenig spaßbremsend, wenn der Charakter entweder mitläuft, aber nichts sagt (um den anderen die Möglichkeit zu geben zu rätseln) oder aber wenn er mitläuft und alles vorsagt, bevor die anderen überhaupt dazu kommen.. oder immer gleich die richtigen Wege geht.
Meine Wenigkeit ist dabei bei so einem RPG aber in der Tat lieber Leiter, denn wenn man selbst viele Ideen hat und Spaß an Improvisation hat, dann ist das genau das richtige.
Wie kann es gerecht zu gehen, wenn man gegen ein Monster kämpfen muss?
Spannung? Nun, nicht jeder Charakter kann alles gleich gut, ansonsten wären sie austauschbar und das wollen wir nicht. Nein, jeder hat Stärken und jeder hat auch Schwächen. Um da Gerechtigkeit rein zu bringen, gibt es Würfelproben.
Es gibt bestimmte Werte, die man erwürfeln muss. Wenn man höher würfelt, dann hat man es geschafft udn wenn nicht, dann eben nicht..
Beispiel: Eine schwere Metalltür versperrt den Weg.
Charakter B (Ein Teenager, schmal gebaut): "Ich breche die Tür auf!"
Spielleiter (guckt auf den zuvor ausgefüllen Charakterbogen): "Du hast eine Stärke von 5. Um die Tür auf zu brechen brauchst du eine Stärke von 22. Würfel einmal mit einem 20-seitigen Würfel und addiere das zu deinen 5 hinzu. Kommst du über 22?"
Charakter B: würfelt und hat eine 8 ... 8 +5 = 13 - Nicht geschafft
Charakter A (Erwachsener Krieger): "Ich versuche es!" *würfelt und zählt den Wurf von 14 zu seinen vorhandenen 16 Stärkepunkten*
Spielleiter: "Mit einem lauten Poltern fliegt die Tür geradezu aus den Angeln und der Weg ist frei..."
Das Spielsystem ist also teils Zufall bestimmt, aber teils auch eben durch die Werte des Charakters beeinflusst. Nicht jeder kann alles gleich gut oder gleich schlecht wie ein anderer und im Idealfall sollte sich eine Gruppe immer ergänzen.
Das ganze ist also mit einer Gruppe und mindestens einem Würfel sowie Stift (Pen) und Papier (Paper) spielbar.
Das Setting, also die Welt ist dabei wie schon erwähnt vollkommen frei zu bestimmen. Also es gibt inzwischen in so ziemlich jedem Setting RPGs, wobei es entweder selbst zum ausdenken ist oder man nimmt eine vorhandenen Welt, also zum Beispiel eine Vorlage nach Buch | Serie | Film und erdenkt sich dazu neue, ganz eigene Charaktere.
